Die Haltung von Dasypeltis
Ich möchte hier nicht auf die generellen Schwierigkeiten bei der Haltung von
Reptilien
und insbesondere Schlangen eingehen, sondern nur auf die speziellen Haltungsbedingungen
für die Afrikanische Eierschlange (Dasypeltins).
Dasypeltinae sind im Vergleich zu einigen anderen Schlangenarten relativ leicht zu
halten und daher auch für den Schlangeneinsteiger geeignet. Sie sind ungiftig (Eier
müssen ja nicht getötet werden), nicht aggressiv und haben fast keine
Zähne.
Das wichtigste Argument für oder gegen Dasypeltinae dürfte wohl die Beschaffung der
Nahrung sein, da ausschließlich Eier gefressen werden und die überall
verfügbaren Hühnereier nur für ausgewachsene Weibchen in Frage kommen.
Es ist also das Wichtigste, sich zuvor um die Nahrungsversorgung zu kümmern, wenn man
sich eine Eierschlange anschaffen möchte. Einzelheiten hierzu werden unter dem
Menüpunkt "Ernährung" beschrieben. Ich jedenfalls habe mir nur eine Woche nach
Anschaffung meiner ersten Eierschlange auch einen Schwarm Zebrafinken zugelegt.
Das natürliche Habitat der Dasypeltinae ist trockenes Wald- und Buschland des
afrikanischen Kontinents. Entsprechend wird das Terrarium als Trockenterrarium
eingerichtet.
Das Terrarium
sollte mindestens 80 x 40 cm groß sein (für ausgewachsene Tiere) und
mindestens 60 cm hoch, damit ein ausreichend hoher Kletterast angebracht werden kann,
der meiner Erfahrung nach rege genutzt wird.
Bodengrund und Einrichtung
In Büchern liest man in der Regel, der Boden solle aus Sand und Kies bestehen.
Ich halte meine D. atra auf Pinienrinde Könung 7-15 aus dem Gartencenter und
komme gut damit zurecht. Einige Steine und Steinplatten oder Korkrinden sollten der
Schlange als Unterschlupf dienen.
Ein höherer Kletterast
darf natürlich nicht fehlen, da Eierschlangen in der Natur Vogelnester ausnehmen,
die ja häufig auf Bäumen zu finden sind. Den Ast kann man draußen suchen,
gut mit kochendem Wasser reinigen und mit Silikon auf eine lose Fliese kleben. Diese
verschindet hinterher im Bodengrund. Eierschlangen klettern gut und viel.
Ein nachgebautes (keinesfalls echtes) Vogelnest kann im Kletterast angebracht werden
und kann zur Fütterung und als Ruheplatz dienen.
Eine Wasserschale mit frischem, sauberen Wasser darf bei keiner Schlange fehlen und
wird auch gelegentlich als Badebecken genutzt.
Den Kletterbaum habe ich mit Tillandsien und Tillandsienmoos beklebt bzw. behängt.
Man muß aber im Trockenterrarium
darauf achten, daß man sehr helle Pflanzensorten wählt, da diese weniger
Feuchtigkeit benötigen. Ich besprühe die Tillandsien täglich mit Wasser.
Seit ich das Tillandsienmoos eingebracht habe, versteckt sich die Schlange fast
ausschließ dort und ist so auch bei Tage gut zu sehen. Vorher lag sie immer unter
einer Steinplatte. Außerdem habe ich eine Efeutute in Hydrokultur aufgestellt.
Klima
Die Temperatur im Terrarium sollten an unterschiedlichen Stellen von ca.25 bis
ca. 30 Grad Celsius ansteigen. Einige Halter erzeugen sogar einen Temperaturbereich von 20 -32 Grad Celsius, was jedoch in einem kleinen Becken nicht ganz einfach ist.
Nachts ist eine Absenkung um 5 Grad erforderlich.
Auf eine Winterruhe kann verzichtet werden.
Die Luftfeuchtigkeit sollte ca. 40 - 60 % betragen.
Beleuchtung
Beleuchtet wird das Terrarium ca. 12 bis 14 Stunden pro Tag mit handelsüblichen
Neonröhren.
Auf UV-Licht kann bei Schlangen generell verzichtet werden, da diese
den Vitamin D Bedarf über ihre Nahrung decken. Ebenso ein Sonnenplatz, Eierschlangen
nachtaktiv sind und sich bei Tage unter Steinen oder ähnlichem verstecken.
|